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  #961  
Alt 09.04.13, 09:41
Benutzerbild von Sandra  
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immer schön zu lesen, deine Reviews!

ich mag sein neues Album, ist sehr atmosphärisch.. bin allerdings über die 5 Songs mit Gesang (Arnor Dan) dankbar, das lockert das Ganze etwas auf:
Reclaim, Brim, Old Skin, No Other, For Now I am Winter und Only the Winds sind meine Liebsten!
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  #962  
Alt 09.04.13, 13:46
 
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Beiträge: 66
Black Rebel Motorcycle Club, Hamburg, Große Freiheit36, 08-04-2013

Sie hatten es bei mir gestern nicht einfach. Ich war ja am Abend vorher beim Konzert von Poppy Ackroyd & Hidden Orchestra und normalerweise tue ich mich nach solch sehr atmosphärischen ruhigen intensiven Erlebnissen schwer die Sau rauszulassen und die Rocksau zu geben.

Was auf jeden Fall Transfer, die Vorband, von mir zu spüren bekamen. Ach was - die hätte ich auch sonst nicht toll gefunden. Entweder belangloser Rock, oder, in den guten Momenten klangen sie als hätten sie zu viel BRMC gehört.
Das wiederum fanden viele wohl toll und im allgemeinen kamen sie ziemlich gut an. Naja nach 30 Minuten gingen sie von der Bühne. Das war nicht lang genug um mich zu nerven.

Und BRMC boten wieder einmal ein geiles Konzert.
Die Setlist dürfte so
ausgesehen haben, habe die von Setlist fm, ist noch nicht von HH aber ziemlich deckungsgleich mit meiner Erinnerung. Auf jeden Fall spielten sie die Songs, mag sein in etwas andere Reihenfolge. (Mag auch nicht sein).

Wie immer machte die Band zu Beginn des Konzertes keinerlei Gefangene und so war es auch gestern eine Minutensache bis der Club am toben war. Am Ende diesen runden 45 Minütigen Powerblocks, nach der Kombi Beat the Devil's Tattoo, Whatever Happened to My Rock 'n' Roll (Punk Song), Ain't No Easy Way, Berlin, als der Siedepunkt erreicht war, dachte ich: "Nu is aber gut, Mann ich bin ein ganz schöner alter Mann und kann langsam nicht mehr hüpfen."
Gedacht - getan. Mit 666 Conducer begann dann der differenziertere Teil, mit dem obligatorischen Akustikteil, vielen großen Song und weiteren tollen Tophits. Nach Returning entledigte sich Robert seiner Schlumpfkapuze, was ja das Zeichen ist, das der arme introvertierte Kerl nun sein Lampenfieber endgültig überwunden hat. Nach Peters Solo Devil's Waitin' erschien er auch ohne Lederjacke. Und bei Spread Your Love musste er natürlich wieder im Publikum baden.

Insbesondere meine persönlichen Übersongs des neuen Albums, Fire Walker, Sell It & Lose Yourself überzeugten und waren enorm intensiv.

Sound war sehr sehr gut wo ich stand. Das Licht so ziemlich wie immer. Der Laden war ziemlich voll (gut für die Atmosphäre) aber nicht ausverkauft (gut zum stehen, gucken & bewegen) Das Publikum war sehr toll.
Das heißt es gab nix zu meckern. Geiler Abend.

Geändert von akja (09.04.13 um 13:50 Uhr).
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  #963  
Alt 09.04.13, 21:14
Benutzerbild von boneless
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der neider sagt: ohne awake ist ein brmc-konzert nur die hälfte wert. ;D
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  #964  
Alt 10.04.13, 12:16
Benutzerbild von Sandra  
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ich packs für sea mal hierrein..

Blood Beech ist der geborene Opener
und jippie! am Montag (Konzert in Dänemark) haben sie ihn als diesen auch gebracht :-D

1 Blood Beech
2 Piece Of the Sun
3 Ruby Over Diamonds
4 Still Boy
5 Kalifornia
6 Pedestals
7 Purple Heart
8 Milk for the Blackhearted
9 Rocket Brothers
10 Mouthful Of Wasps
11 Peace In the Heart
12 Surfing The Warm Industry
13 Seraphina

Encore:
14 Lampshade
15 She's Made Of Chalk

Encore 2:
16 The Aftermath
17 The Cynic

so ne geniale Setlist ♥♥♥ ..Surfing! ja! da haben sie wieder dieses geniale Instrument am Start, weiß den Namen nicht..
war in Hamburg sicher ähnlich?
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Geändert von Sandra (10.04.13 um 12:28 Uhr).
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  #965  
Alt 12.04.13, 21:41
Benutzerbild von boneless
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gestern: Ash Borer, Fell Voices im Az Conni, Dresden

ich war gespannt. und wie. 2 bands, die eine für mich wirklich krass mystische aura umgibt, live erleben.

das blöde an solchen abenden ist immer, dass die veranstalter noch irgend eine dödeltruppe aus der umgebung einladen, die man dann erstmal hinter sich bringen muss. in meinem falle waren das dezafra ridge aus leipzig, die wirklich quälend öden sludgedoom unter die leute bringen wollten. funktionierte zumindest für mich in keiner sekunde, in der mitte des zweiten songs war ich dann so genervt, dass ich mir lieber im schmuddeligen barbereich des az's linkes propagandamaterial zu gemüte geführt habe. das war wesentlich unterhaltsamer als diese viel zu langen und schon 1000 mal gehörten riffs und das 0815 geschrei.

fell voices waren dann vom auftreten her schon mal anders, als ich mir das vorgestellt hatte. 3 typen, 2 davon total unscheinbar und ein bärtiger hüne, der mastodon entlaufen sein muss. nunja... nachdem sie ungefähr 10 mal einen 15 sekunden einstieg wiederholten, nur um immer wieder zu verdeutlichen, dass der sound eigentlich ok sei, gings dann in die vollen. und... meine fresse, war das LAUT! aber wie. sowas hab ich lange nicht mehr gehört. da half auch das taschentuch im ohr nicht mehr viel. ansonsten muss ich schon sagen, dass ich schon etwas enttäuscht war. irgendwie kommt auf den platten viel mehr rüber als live. klar hat es was, wenn man 10 minuten lang das gleiche riff spielt, der trancezustand war schon nicht von schlechten eltern, aber irgendwie packte mich die monotonie nicht vollends. hätten fell voices nicht einen drummer gehabt, der komplett (aber mal wirklich komplett!) von sinnen ist, hätten sie einpacken können. wenn dieser typ nicht besessen ist, kann ich mir nicht erklären, woher er diesen wahnsinn und vor allem diese kraft nimmt, brutalste blastbeats über minuten ohne pause durchzuprügeln. und mal davon abgesehen konnte der schreien... wow. der gitarrist bewegte sich während der 50 minuten kaum vom fleck und unser hüne schrie zwar am anfang noch mehr schlecht als recht ins mikro, entschied sich später aber doch lieber, selbiges umzuschmeißen und ohne gegen den wall of sound anzubrüllen. ergebnis: man hörte so gut wie gar nichts davon . versteht mich nicht fasch... fell voices waren nicht schlecht und sie waren auch keinesfalls beliebig, aber für mich funktioniert derartige musik live einfach nicht so, wie ich mir das erhofft hatte. irgendwie kommen da die arg limitierten musikalischen fähigkeiten der drei voicer (auch der drummer war keineswegs ein genie am instrument, auch wenn er prügelte wie der teufel persönlich) doch zu offensichtlich zum vorschein. stört mich ja sonst nicht, nur an diesem abend fiel das echt krass auf.

ash borer waren dann überraschenderweise doch mehr leute als gedacht. immerhin 5 personen in schwarz teilten sich die kleine bühne des az's. sogar einen mann für synthies und sounds hatten sie dabei. das war schon beim intro sehr angenehm. nun ist es natürlich so, dass jede band, die nach fell voices spielt, wie die abwechslungsreichste der welt klingt und man war dann schon überrascht, dass ash borer in den ersten 5 minuten bestimmt 3 verschiedene riffs anschlugen . ansonsten wars ein ziemlich geiles konzert, die atmosphäre stimmte und es wirkte im gesamten stimmiger als bei fell voices. im gegensatz zu denen verloren ash borer ihre aura der platten nicht und überzeugten mit ihrem hoffnungslos verlorenen sound und einem bassisten, der mich stark an cliff burton erinnerte. das ganze ging jedenfalls gut ab. gespielt haben sie:

In the Midst of Life, We Are In Death
Phantoms
Removed Forms

und wahrscheinlich noch einen, aber so vertraut bin ich mit dem ash borer material leider nicht.

am ende war man doch recht zufrieden. ein gelungener abend und mit kassette und cd von ash borer im gepäck gings dann nach hause.
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  #966  
Alt 12.04.13, 23:26
Benutzerbild von spreewaldgurkenfee
confuzzled
 
Registriert seit: 08.2008
Beiträge: 3.205
Dann hier nochmal: Anderes Stadt, die gleichen Bands (bis auf die doofe Regionalvorband), gleicher Bericht, nur spiegelverkehrt.
Band und ihre Musik nun besser, vollständiger zu verstehen. So ging es mir, nachdem Fell Voices mit großer Wucht und ohne große Ansagen ihr aktuelles, auch der Netzgemeinde weitgehend unbekanntes Album "Regnum Saturni" durchgespielt und dann wortlos die Bühne verlassen hatten. Es gab keine längeren Verschnaufpausen, keine Zugabe, keine älteren Songs und im Grunde keinerlei Publikumskommunikation (das obligatorische Tschüsswinken war noch drin, glaube ich) - also überhaupt keine Zugeständnisse. Auf der Bühne standen drei Leute, klassische Rockbandbesetzung, wenig Potential für Klangverfremdungen und Aufblasbarkeiten, würde man denken. Und dann das: Die ersten paar Minuten konnte ich mich nicht vom Dachpfeiler wegbewegen, an den ich zuvor gelehnt stand und dann von der Musik geblasen wurde. Für die Live-Situation kann ich mir im Gegensatz zu boneless keine bessere Musik vorstellen, sie funktioniert optimal, wenn sie ohrenzerberstend laut ist und man sich nicht vor ihr retten kann. Bei dem neuen Songmaterial hat man dazu die Abwechslung noch stärker heruntergefahren; nachdem zeitzerdehnende ein-Riff-Blastbeatabfahrten ja nichts Neues mehr sind, verringert man jetzt zusätzlich noch weiter den Notenambitus. Diese Art von Reduktion und Monotonie geht weit über das hinaus, was im Black Metal üblich und erwartbar ist.

Auch im Hinblick auf Präsentation und Performance passierte auf der Bühne mitunter erstaunlich wenig. Rhythmisches Kopfnicken seitens des Gitarristen und des Bassisten, ja, wenn die Musik es zulässt (meistens tat sie es nicht), Bewegungsradius komplett zum Vergessen. Das eigentliche Ereignis saß hinter dem Schlagzeug. In den Stücken von Fell Voices sind Gitarre und Bass das Auge des Sturms, den das Drumming entfacht, und das galt umso mehr für die Live-Situation. Fand ich das Drumming auf Fell Voices-Alben auch schon immer erschlagend und großartig, wuchs es mit dem passenden Bild vor Augen zur körperlichen Menschenunmöglichkeit aus. Leute mit Ahnung von der Materie finden das wohl eher fordernd für die Ausdauer als technisch anspruchsvoll, und er hatte sich auch verspielt, ein oder zweimal - menschlicher oder nachvollziehbarer machte es das Bild vor meinen Augen nicht. Zwischendurch schrie er auch noch, ohne Mikrofon, bei weiterhin vollstem Körpereinsatz, und man hörte die Stimme nur gedämpft, dafür aber die gesamte Anstrengung. Im Zusammenhang mit seinen Bandkollegen ergaben sich teilweise herrliche, absurde, bezeichnende Momente: Da verliert der Mensch hinterm Drumkit beinahe den Verstand, schreit, wütet, spielt sich offene Wunden an die Hände, und Gitarrist und Bassist stehen einfach nur da, bis auf die Finger völlig reglos, und schauen nicht einmal auf ihre Instrumente, sondern in die Leere oder offenbar in das Innere ihres Kopfes, sodass man nur noch das Weiße vom Auge sieht.

Genau in diesem Moment hatte ich es dann vollkommen klar vor Augen, was die Band Fell Voices und ihre Musik ausmacht. Es ist die Spannung, die innere Zerrissenheit, ihre eigentliche Unmöglichkeit zu funktionieren. Tiefste Ruhe und größte Hysterie, höchste Konzentration und entfesselter Wahnsinn, äußerste Bescheidenheit und bestes Pathos, Reduktion auf (weniger als) das Nötigste und überwältigende Größe - hier wird zusammengebracht, was nicht zusammengehört, was sich magnetisch abstößt, und unter Hochdruck derart verdichtet, dass all diese unfassbare Energie letztendlich auf drei ziemlich normale Typen und ihre Instrumente komprimiert ist. Diese Musik müsste eigentlich in sich zusammenfallen und ein schwarzes Loch ins Raum-Zeit-Netz reißen, oder in Sekundenbruchteilen verbrennen am eigenen Anspruch, sie ist instabil und bei jeder weiteren durchgehaltenen schweißtreibenden Minute erstaunte es mich mehr, dass es sie überhaupt (noch) gibt. Auch wenn Fell Voices die Spuren gerade auf "Regnum Saturni" fast vollständig verwischen konnten: Seit Weakling klang keine Black Metal-Band so verdichtet, so beschleunigt und so vergänglich.

Bei Ash Borer standen mehr Leute auf der Bühne, man schrie in Mikros und es gab beherztere Versuche der Klangmanipulation (einer bediente den Synthesizer), die man dem Endergebnis nicht angehört hat - seltsamerweise klang die Musik von Ash Borer übersichtlicher, natürliche rund normaler als die ihrer asketischen Kollegen. Publikumskontakt gab es auch nicht, im Gegensatz zu Fell Voices, bei denen das mehr nach Statement aussah, wirkten Ash Borer dafür schlicht zu schüchtern. Ihr Black Metal ist im Geiste Weaklings komponiert, also emotional reichhaltig, melodisch, dynamisch und abwechslungsreich. Das macht die Songs direkter, tatsächlich noch als solche erkennbar, und löste mich schnell wieder aus der Trance heraus. Die Performance war prima, stimmig und sparsam, die Band war gut bei der Sache und wirkte irgendwie angenehm bescheiden (normal bescheiden, nicht wahnsinnig bescheiden wie Fell Voices). Für mich gewann die Musik durch die Live-Umsetzung aber keine neue Ebene, eine Aura bekam die Band, die auf der Bühne kleiner wirkte, als sie auf ihren Alben denkt, nicht. Vielleicht zeigen sich hier aber auch nur meine eigenen Vorbehalte, denn ich halte, wie gesagt, Ash Borer eher für gute, mitunter hervorragende Handwerker und Genrevertreter und Fell Voices für etwas wirklich Besonderes.

Zitat:
Zitat von boneless Beitrag anzeigen
wenn dieser typ nicht besessen ist, kann ich mir nicht erklären, woher er diesen wahnsinn und vor allem diese kraft nimmt, brutalste blastbeats über minuten ohne pause durchzuprügeln.
Da muss ich dich übrigens, glaube ich, enttäuschen . Ich habe direkt nach ihrem Auftritt und vor Ash Borer noch ein bisschen mit ihm gequatscht. In einem anderen Forum kam im Zusammenhang mit FV die Idee eine Black Metal-Atemzeltes auf, ich war überrascht, ihn nicht in einem solchen und mit offenbar normalem Puls am Merchstand vorzufinden. Total netter und nahbarer Typ, der sich über die Tatsache, dass Fell Voices in Europa auftreten, und über das Gespräch fast noch kindlicher gefreut hat als ich. ^^
(Gilt übrigens genauso für den Synthesizerzausel von Ash Borer, der, als ich so demonstrativ nichtstuend da rumstand, auf mich zugekommen ist und mir ein Kompliment für mein Swans-Shirt gemacht hat. )
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Geändert von spreewaldgurkenfee (12.04.13 um 23:43 Uhr).
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  #967  
Alt 13.04.13, 21:25
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Zitat:
Zitat von spreewaldgurkenfee Beitrag anzeigen
Seit Weakling klang keine Black Metal-Band so verdichtet, so beschleunigt und so vergänglich.
ich muss schon sagen, ich kann immer wieder überhaupt nicht verstehen, warum du gerade diese black metal band mit weakling nahezu gleichsetzt. weakling sind qualitätsmäßig doch welten entfernt...
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  #968  
Alt 15.04.13, 23:00
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Hm gut ich berichte mal. Aber hauptsächlich auch, weil ich gern wissen will, wie sea das Konzert erlebt hat.

Also ich fand's insgesamt erst mal sehr schön. Das Publikum war sehr angenehm (aber gut, Hamburger sind immer sehr respektvoll, hab ich das Gefühl.. zumindest auf den Konzerten, wo ich bisher war) und wie ich schon in diversen Reviews gelesen hab, trat die Band erst mal eine kleine Instrumental-Orgie los, bevor die junge Dame Anna von Hauswolff ihre Stimme einsetzte. Die Lieder haben mir wirklich sehr gefallen, auch die Musik, alles war sehr abgestimmt, nahezu perfekt, Takte wurden eingehalten, kleine Patzerchen ignoriert.
Doch leider wollte in keiner Minute der Funke überspringen. Von den Leuten auf der Bühne. Zu den Leuten im Publikum. Alles erschien mir sehr vorsichtig, vielleicht sogar zaghaft? Selbst die Ansagen waren minimalistisch. Lieber nicht zu viel sagen und einmal mehr lächeln. Und auch die Band selbst. Standen alle da, wie Soldaten, mit ihren Instrumenten als Schutzschilder vor ihren Leibern.

Irgendwie war mir alles zu nüchtern. Die Atmosphäre war da, aber der Druck war anscheinend größer. Ich weiß nicht, wie lange die Leute schon Konzerte geben, aber solche Bühnen sind sie offensichtlich noch nicht gewohnt. Von daher war der Konzerteindruck für mich höchstens mittelmäßig. Da klingt die CD zuhause besser.

Aber gut, das war mein Eindruck. Bedenkt, ich bin Kritiker .
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  #969  
Alt 16.04.13, 09:19
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wärst du mal zu Kashmir gesund gewesen! :P
mooorgen..
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  #970  
Alt 16.04.13, 17:26
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Zitat von cell_u_loid Beitrag anzeigen
Hm gut ich berichte mal. Aber hauptsächlich auch, weil ich gern wissen will, wie sea das Konzert erlebt hat.
... warum? Also ich fand es wirklich gut. Mir hat das zehnminütige Orgelintro super gefallen, überhaupt hätte ich mir gewünscht, dass ihr Instrument im Mix nicht so sehr hinter ihrer Band verschwunden wäre - ich -liebe- Orgel. Was mir nicht besonders gefiel: Durch das "jammige" Zerpflücken im krachigen Livegewand ähnelten sich die Songs hinten raus untereinander etwas zu sehr, es wurde fast zum Postrockkonzert. Etwas mehr Melodie hätte nicht geschadet.

Was aber voll getragen hat, war ihre Stimme. Per se nicht die außergewöhnlichste des Planeten, aber ein sehr rundes Timbre und Wahnsinnsvolumen. Das hat mich beeindruckt. Und zum Publikum: Ich habe festgestellt - desto introvertierter die Musik, desto scheuer das Publikum. Ihre Ansagen fand ich niedlich und auch sehr gut, aber sie hat eben meist nur ein kleines Kichern der Leute zurückbekommen. Ich hätte an ihrer Stelle nach der ersten Ansage wohl gar nix mehr gesagt. Ich hoffe bei vielen kleinen Konzerten bei uns, dass die Künstler die hamburgische Zurückhaltung nicht für Desinteresse halten. Denn das ist es ja wirklich nicht.

Also insgesamt: nicht das Größte, was ich je gesehen habe, aber ein schönes Konzert für einen Sonntagabend, das ich in der Form und mit der Musik da gerade gut leiden konnte. Und besonders toll: Das Album wurde für nette 10eu verkauft, das hat man auch selten. Da habe ich mein durch Gästeliste gespartes Geld gerne so in die Dame investiert.

Wo erscheint denn deine Rezi, cell?
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  #971  
Alt 17.04.13, 15:38
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Für Anna wird es keine geben, da war ich "privat".

Aber von Retro Stefson wird die Kritik auf blueprint-fanzine.de erscheinen. Ist eine kleine aber feine Musik-Seite. Leider passiert da nicht so viel außer Rezensionen. Interviews sind vielleicht nur 1-2 Mal im Monat, obwohl ich schon Lust auf mehr hätte (letztes Interview was ich gemacht hab war im Dezember).

Hatte auch schon überlegt mal bei anderen Musikseiten/Magazinen mal anzufragen, aber dann werde ich sicherlich von den Blueprint-Leuten gelyncht
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  #972  
Alt 18.04.13, 17:28
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Kashmir in Zürich

sehr toll war's
auch wenn die Magie vom Salzhaus in Winterthur 2010 nicht ganz wiederholt werden konnte
ich war etwas überrascht, dass sie doch nicht alles und immer perfekt darbieten und der Sound/Klang war nicht ganz so klar (liegt sicher auch mit an der Location)
bei Seraphina waren da schrille Keyboardtöne am Start, das ging ein bissl schief
und dann hauen sie einem aber wieder ein Bombaststück wie Surfing astrein um die Ohren

anfänglich war die Stimmung zögerlich, mit jedem Song mehr wurde es stetig frenetischer und artete in Jubelstürme aus (hab ich so extrem noch nie erlebt)
so dass wir dann mit mehreren Zugabeblöcken belohnt wurden

@sea: melpomene, the cynic.. alles dabeigewesen :-D

Lampshade (!), She's made of chalk (!!), Milk for the Blackhearted
dann kamen sie nochmal zu The Cynic raus
und ob unserer Hartnäckigkeit gab's zum Abschluss noch The Aftermath (überraschenderweise im folkigen Mundharmonika-Gewand) ..sehr schön!

vermisst hab ich nur den CaptainKennedy-Song von Neil Young, den er als Übergang zu Rocket Brothers gerne bringt

Purple Heart kam mit den tanzbaren Keyboardklängen super rum
und Peace In The Heart (auf das ich mich am meisten gefreut hatte) hat auch nicht enttäuscht

nach ner Stunde 45 glückselig heimgetrudelt

nette Story am Rande:
morgens waren sie bei nem Radiosender
man konnte Karten gewinnen und ein hochschwangerer Fan hat sich eingefunden
Kasper rief im Konzert nach ihr, von weiter hinten kam auch ne Rückmeldung und er widmete ihr Seraphina
denn diesen Namen hat sie sich für den Nachwuchs ausgesucht
und die Frage nach dem Arzt schmiss er auch noch in die Runde, da sie sich schon überm Termin befand
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Geändert von Sandra (18.04.13 um 17:34 Uhr).
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  #973  
Alt 19.04.13, 13:50
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Gut, über Kindernamengeschmack lässt sich ... lassen wir das. Aber fein, dass es gut war. Mir gefiel 2010 auch besser, was schlicht an der Setliste ohne die neuen Stücke lag. Dafür hatte ich dieses Mal angenehmere Umstände, also besseren Platz und Sound. Wie auch immer ihre nächsten Alben werden, live werde ich sie mir immer wenn möglich ansehen.
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  #974  
Alt 21.04.13, 13:39
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gestern: IntrOnaut, The Atlas Moth, Castle im Eastclub, Bischofswerda.

bischofswerda ist ein kleines kaff mit 12.000 einwohnern, ein paar kilometer östlich von dresden. trotz seiner vollkommenen dorfmentalität hat dieses örtchen einen club hervorgebracht, der in den letzten 20 jahren bands auf die bühne hiefte, die manche großstadtclubs nicht bekommen. bsp.: placebo, mayhem, enslaved, napalm death, cradle of filth, element of crime, bohren und der club of gore, ostinato, katatonia, sunn O))), dillinger escape plan, botch, crowbar, eyehategod oder suffocation, um nur mal ein paar namen zu nennen.

und nun also intronaut. nach einem kleinen spaziergang durch die kleinstadt, in der man ab 20 uhr am samstag so gut wie keinen menschen mehr trifft, startete der musikabend gegen 22 uhr mit irgendeiner dresdner down/kyuss-ripoff band los, die ohne ihre schnuckelige bassistin auf ganzer linie verloren hätten. musikalisch nicht der rede wert, also.

weiter gings dann mit castle, die mir bis dato gar nix sagten und mich angenehm überrascht haben. ich habe ja ein kleines faible für okkultrockbands mit frauengesang und diesbezüglich trafen castle ziemlich ins schwarze. was gabs? eine huldigung an den heavy metal der 80er mit einer bassistin/sängerin, die sexy gewesen wäre, wäre sie nicht so angsteinflößend gewesen. jedenfalls lebte diese schwarze witwe ihre rolle als unheilsbringerin komplett aus, grimassen und metalgesten inklusive. war musikalisch jetzt nichts atemberaubendes, aber sehr nett und kurzweilig.

the atlas moth kamen als nächstes dran und so langsam bekam man zu spüren, dass man in einer kleinstadt gastierte. es waren an diesem samstag ohnehin nur eine kleine handvoll leute in den eastclub gekommen und selbst die hielt es nicht lange. die reihen lichteten sich schon jetzt deutlich. zu atlas moth will ich nicht viel sagen, nur soviel: diese art von musik hat mich schon vor 2 jahren angefangen, zu langweilen. postmetalsludge hat seinen kredit eindeutig verspielt, dass merkte man gerade an the atlas moth überdeutlich. stimmen, sound... alles war hier zum sterben langweilig. komischerweise waren meine drei mitgereisten kumpanen aber extrem angetan. verstehe, wer will.

dann endlich intronaut. mittlerweile dürften noch so 50 leute da gewesen sein... schon schade für eine band, die am tag davor auf dem roadburn gespielt hat, vor mindestens der 8fachen anzahl an leuten. egal, so hieß es halt: die band besonders hart zu feiern. bisschen mistig war an diesem abend leider auch der sound. schon bei der ersten band zu laut und undifferenziert, wurde es auch bei intronaut nicht besser. bass und schlagzeug dominierten die gitarren deutlich und auch der gesang fand nur schwer seinen weg durch den soundbrei. ansonsten boten intronaut aber eine astreine show. vor allem drummer und bassist lieferten bisweilen atemberabendes ab. das hatte vom anfang bis zum ende hand und fuß. wie meinte doch ein kumpel danach: "jetzt muss ich erstmal schauen, dass mein kopf nicht platzt" wie wahr! auch bei guter kenntnis der songs konnte man wenig bis gar nicht nachvollziehen, wie die das spielen. man, man, man! trotz des suboptimalen sounds überrollten einen die gitarrenwände aus core relations und als man gegen ende die literal black cloud auspackte und mit einem alles vernichtenden gleamer (die totale abfahrt, das ding. brutalst) den reigen schloss, dürfte jeder der anwesenden mit ohrenrauschen und glückseeligkeit bedient gewesen sein.

insgesamt ein gelungener abend, auch wenn intronaut schon ein paar mehr härtere nummern hätten spielen können. aber seis drum.

setlist:


Killing Birds with Stones
Milk Leg
The Welding
Core Relations
Sore Sight for Eyes
The Literal Black Cloud
Miasma
Gleamer
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  #975  
Alt 21.04.13, 14:01
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Haha, Bischofswerda! Das war das Nachbarkaff von dem, wo ich aufgewachsen bin. Ich bin auch immer noch erstaunt, was die da für Bands ranziehen. Ich frag mich auch, wie viel Prozent des Publikums da tatsächlich aus Einheimischen besteht.
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  #976  
Alt 21.04.13, 21:32
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doch nicht etwa schmölln, oder?
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  #977  
Alt 21.04.13, 22:31
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Schmölln? Nie gehört. Neustadt .
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  #978  
Alt 26.04.13, 10:34
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Berliner Kneipenchor - Park am Ostkreuz/Süss war gestern/Fitcher's Vogel

Was war das schön! Gegen 20:30 Uhr wurde es bei superangenehmen Temperaturen voll auf dem kleinen Parkstück in Berlin-Friedrichshain, denn der Berliner Kneipenchor wurde hier für deine halbe Stunde zum Berliner Open-Air-Chor und das mit Kaltgetränken beladene Publikum saß gespannt auf der Wiese. Mit Kind. Mit Partner. Mit Freunden. Lockere Stimmung und lockeres Einsingen. Das Prinzip war simpel. Es wurden 5-6 Songs gesungen, danach geplaudert & getrunken, und dann ging es weiter.

Was mich an den Videos vom Kneipenchor schon immer fasziniert hat und gestern genauso zu spüren war, ist die volle Begeisterung des Chors beim Singen. Die haben einfach total Bock drauf und geben sich echt Mühe - egal ob da "Africa" von "Toto" oder "Männer" von "Herbert Grönemeyer" gecovert wird. Die Songs sind alle klasse arrangiert und bspw. bei "Lisztomania" sogar weitaus besser als das Original - in diesem Fall von "Phoenix".

Apropos Herbert: Der hatte sich sogar bei der letzten Station im Publikum versteckt, ebenso wie einer von Madsen und jemand von tape.tv. Ja, im Berliner Kneipenchor und dessen Umfeld stecken nicht nur unbekannte Gesichter und so wurde gestern Nacht bei uns auch Thema, inwiefern dieser Kneipenchor schon wieder etwas elitäres, geschlossenes hat. Darüber kann man sich Gedanken machen - muss man aber nicht. Dass da mal 2-3 Leute aus kleinen Indiebands mitsingen oder solche, die anderweitig im Medienbereich tätig sind, finde ich nun nicht weiter schlimm. Abgesehen davon greift an der Stelle obige Aussage, dass die alle total Bock drauf haben. Und wenn sie den haben, ist es scheißegal woher sie kommen. Wir sind nun auf der Suche nach Berliner Chören, um's selber zu probieren. Sehr ansteckend das Ganze.

Der "Hahaha!"-Moment des Abends: Als am Ostkreuz "Männer" angestimmt wurde, hat sich ein anwesender Typ (Marke Ballermann-Proll) vor den Chor gestellt, einen kleinen Striptease hingelegt und mitgetanzt. Dabei mit nicht mehr ganz so nüchterner Stimme die Schlagwörter skandiert "Männer haben's schwer, nehmen's leicht - DIE NEHMEN'S LEICHT! - außen hart und innen ganz weiche - "DIE SIND WEICH, GANZ WEICH!" Herrlich. Hab' mich weggepackt dabei.

Das einzig nervige an diesem Abend war mal wieder die immense Menge an Leuten, die einfach nicht ihre beschissene Fresse halten können. In den Kneipen ging's, aber auf der Wiese. -.- Zwischen den Auftritten vergeht immer locker 'ne Stunde, da ist genug Zeit zum Labern, also sollen sie den geilen Scheiß mal in Ruhe genießen. Zum Glück gab's klare Worte vom "Dirigenten".

Was gespielt wurde: Africa (Toto), Männer (Herbert Grönemeyer), Lisztomania (Phoenix), Teenage Dreams (Katy Perry), Diamonds (Rihanna), Ohne dich (schlaf ich heut' nacht nicht ein) - (Münchener Freiheit), How deep is your love? (Bee Gees), Empire State of Mind Pt. 2 (Alicia Keys), Blister in the Sun (Violent Femmes)
__________________
Then the day when the sadness comes - then we ask:
"Will this sadness which makes me cry - will this sadness that makes my heart cry out - will it ever end?"
The answer, of course, is yes.
One day the sadness will end.
Fire - Walk with Me

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  #979  
Alt 26.04.13, 13:57
Benutzerbild von nacho  
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Mein letzets "Konzert" war von einer kleinen Band aus Baden-Wüttenberg, die nennen sich Ten Inch P. - war allerdings nicht soooo dolle...
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Wer sagt "Es geht nicht" soll nicht den stören, der es gerade tut!
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  #980  
Alt 28.04.13, 14:41
Benutzerbild von cell_u_loid  
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The Knife, Docks, Hamburg

Auch auf die Gefahr hin, dass sea die Karte jetzt nicht mehr will: puh, ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich glaub, von jedem in unserer Runde war das Entscheidende, dass wir seit 7 Jahren auf dieses Konzert gewartet haben, sprich unsere Vorfreude immens war, diese Band endlich mal live zu sehen.
Angefangen hat der Abend mit einem ultrapeinlichen, hippeligen Kreisch-Schweden, der mich an einen Trainer aus der Großraum-Pumpstube erinnerte und das Publikum 30 Minuten lang quälte und anschrie, wir sollen alle laut "yes" und "no" rufen und auf unseren Knien wippen, nach oben springen, "I love my life and I'm not afraid to die" schreien, wild tanzen und unsere Arme dazu bewegen, weil The Knife nicht beginnen wollen, ohne dass wir komplett durchgeschwitzt und fertig sind. Fertig waren wir eher mit den Nerven. Ich hab das Hamburger Publikum bisher ja immer als sehr artiges wahrgenommen, die aber auf Verlangen des Künstlers gerne auch mal aus der Haut fahren, aber selbst da wurde es schwierig (Quote meines Kumpels: "I need at least two more beer to participate").
Glücklicherweise musste man danach aber nicht lange warten, denn eigentlich im Anschluss daran starteten The Knife. Die Bühne dunkel, viel Rauch, ein unglaubliches Bass-Gedröhne (dass uns in den Docks nicht die Decke auf den Kopf gefallen oder unsere Trommelfelle geplatzt sind, überrascht mich immer noch) und irgendwann 7 glitzernde Gestalten an surrealen Instrumenten, die das erste Lied anstimmten. Die Atmosphäre war schon gut und das Publikum vor allem euphorisiert, nach dieser langen Abstinenz diese Band zu sehen.
Nur leider räumten nach dem zweiten Lied The Knife plus Glitzer-Anhang ihre Instrumente weg, fegten die Bühne frei und begannen, die nächsten eineinhalb Stunden zu choreographieren. Was nun folgte, war eine einstudierte Performance, tänzerische Untermalungen zu den Songs des neuen Albums, die vom Band aus den Boxen plärrten. Willkommen bei der (Mini-)Playback-Show! Es war schon seltsam, Karin und ihren Bruder da rumhüpfen zu sehen, während ihre Stimme irgendwo aus dem Off kommt. Oder sich einer der anderen Tänzer an ein "Mikro" stellte und sang und dabei so klang wie sie. "One Hit", "I just had to die" und das immerhin sehr techno-esque anmutende "Silent Shout" waren die einzigen Referenzen zur Vergangenheit.
Letzen Endes fragen wir uns, ob wir tatsächlich über 30€ für eine Playback-Show bezahlt haben. Wir waren uns auch nicht sicher, ob nicht sogar die Instrumente alle fake waren, denn die surrealen Konstrukte haben zwar schön geleuchtet, aber so richtig funktional sahen sie nicht aus, ganz zu schweigen davon, dass man sie viel zu schnell von der Bühne getragen hat (ohne irgendwas zu unpluggen).
Besonders gewitzt war dann aber der Abgang der Band plus Tanzbagage: nach "Silent Shout", wo eh alle Leute tanzfreudig die unbefriedigten Körper reckten, wurden die Scheinwerfer einfach aufs Publikum gerichtet, es donnerte weiter technoide Mucke aus den Boxen und erst nach 10 Minuten wurden den Leuten nach und nach klar, dass The Knife da eben den polnischen Abgang par excellence zelebrierten: die Bühne war finster und ab und zu sah man Schatten, die noch die letzten Pappinstrumente wegräumten. Die Bühne lichtete sich, das Publikum ebenfalls und wir waren dezent verstört und unbefriedigt: das war es?

Ich muss sagen, dass ich so eine "Performance" nicht erwartet habe. Aber Tanzkram ist halt einfach nicht mein Ding. Was mich einfach geärgert hat, war, dass das Konzert (wir sind uns wie gesagt nicht sicher, ob alles oder nur Teile) vom Band kam. Von der Stimmung, die von "Silent Shout" damals ausging und die meines Erachtens nach zu Teilen auch auf "Shaking the habitual" zu finden ist, kam nichts rüber, im Gegenteil war das für mich zu viel artsy-fartsy-Gedöns und eben zu sehr Geschmackssache.

Ich wäre eigentlich mal interessiert, was andere Leute dazu sagen, aber vom Forum war jetzt (noch) keiner bei einem Konzert?
@sea, magst du trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb?) meine Karte für Berlin haben?

Edit: und gleich werde ich mir noch mal "An audio-visual experiment" reinziehen und vermutlich bitterlichst weinen, dass ich vor 7 Jahren nicht beim Berlin-Konzert war, obwohl ich überlegt hatte.
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Niemand verlässt den Traum!

Geändert von cell_u_loid (28.04.13 um 14:45 Uhr).
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