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  #1  
Alt 15.07.07, 19:59
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Registriert seit: 07.2007
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Finkenauer - Beste Welt

Finkenauer - Beste Welt



Label

Sony/BMG - Gun Records

Veröffentlichung

2006

Tracklist

01. Hab Ich Dir Schon Erzählt?
02. Manchmal Zwischen Den Gebäuden
03. Brunnen
04. Hand In Hand
05. Ich Kann Dir Nicht Widerstehen
06. Geschrien
07. Mittendrin
08. Du Bist Hier
09. Ratata (Ich Falle)
10. Schöne Neue Welt
11. Scherben
12. Verschlllungen

Pascal Finkenauer dürfte mittlerweile sogar für jeden typischen Chartkäufer oder Radiohörer dank der Single "An Tagen Wie Diesen" mit Fettes Brot ein Begriff sein. Nach seinem Debüt-Album aus 2004 folgt 2006 nun seine 2. Solo-LP "Beste Welt".

Der Punk-Poet bewegt sich hier nach Lust und Laune durch alle Genre. Ob Chanson, Jazz, Folk, Rock oder auch Electro, alle Stile macht er sich eigen und erschafft ein Album, wie es abwechslungsreicher nicht sein könnte. Als Liedermacher könnte man ihn wohl am besten bezeichnen, eine Art Reinhard Mey auf Punk, aber geben wir es auf ihn mit anderen zu vergleichen oder ihn irgendwo einzuordnen, sondern genießen wir einfach seine Musik.

Allgemein muss man sagen, dass jedes Lied von Pianobegleitung geprägt ist und man oft das Gefühl hat, dass Finkenauers Gesang nicht ganz mit der Melodie harmoniert, was auf der einen Seite ein grundsätzliches Gegenspiel zwischen Musik und Text ausdrücken soll aber auch auf der anderen Seite zu genauerem Hinhören auffordert.
Los geht es mit dem groovenden Track "Hab Ich Dir Schon Erzählt?", welcher einen guten Auftakt des Albums liefert und an Jazz-Rock oder R'n'B erinnert. Der 2. Titel von "Beste Welt" ist "Manchmal Zwischen Den Gebäuden", welches auch die Lead-Single des Longplayers darstellt. Auf den ersten Blick wirkt der Song etwas seicht und erscheint als austauschbarer Radio-Song, doch bei genauerem Hinhören vermittelt auch dieser Track eine tiefere Aussage, wenn man Text und Melodie in Bezug bringt. Der 3. sehr bluesige Titel "Brunnen" könnte man als ersten Höhepunkt des Albums bezeichnen. Unfassbar, welche melancholische Atmosphäre hier verbreitet wird. Genauso melancholisch geht's auch weiter mit Titel Nr. 4 "Hand In Hand" was mit dem schnellen und hektischen Beat, auf dem eine mit Piano gespielte Meldodie viel zu schnell und auf den ersten Blick störend gespielt wird. Bei öfterem Hören gewinnt dieser Song aber immer mehr an Genialität und bringt auf eine unbeschreibliche Weise Verzweiflung und Trauer rüber. Danach wird mit "Ich Kann Dir Nicht Wiederstehen" wieder ein groovender Track eingeschoben, der jedoch wenig überzeugt, und einen eher "kalt" lässt. Ein weiterer Höhepunkt der Trauer und der Melancholie folgt im 6. Titel "Geschrien". Uns erwartet eine von Piano dominierte Ballade mit viel Gefühl und Schmerz, was aber für Finkenauer fast schon zu kitschig und aufgesetzt wirkt. Mit dem 7. Song "Mittendrin" lernt man eine ganz neue musikalische Seite von ihm kennen. Nun bekommt der Hörer etwas Punk-Rock zu spüren, von dem ich im Laufe des Albums gern noch mehr gehört hätte. Ein wirrer Sprechgesang der Strophen wechselt mit einem gesungen Refrain, was anfangs sicherlich etwas seltsam wirkt, aber wieder beim genaueren Hören unverzichtbar wird. Der Electro lastige Track Nr. 8 "Du Bist Hier" zeigt mit einem dominierenden Synthesizer neue Facetten und macht den Song ebenfalls sehr speziell. Mit "Ratata (Ich Falle)" bringt Finkenauer einen Titel, dessen Musik perfekt zum Tanzen einläd und so im krassen Gegensatz zum Text steht. Auch hier glänzt er wieder mit Jazz-Rock Einflüssen. Ähnlich geht es mit "Schöne Neue Welt" weiter, was sich aber eher als einer der schwächeren Tracks herausstellt. "Scherben" heißt der 11. Track mit dem uns wieder eine wunderschöne Ballade erwartet, welche vor allem vom Gesang stark an Reinhard Mey erinnert. Der 12. und letzte Titel "Verschhlllungen" macht einen beschwingten und ebenso gelungen Abschluss.

Abschließend kann man sagen, dass Finkenauer uns mit dem Album sehr gehaltvolle deutsche Musik liefert und ein Ausnahmekünstler ist, dessen Musik poetischer nicht sein könnte und der die Kunstepoche des Expressionismus in heutiger Musik wieder aufleben lässt. Sicherlich auch in Zukunft noch interessant und die neue Generation von Grönemeyer, Maffay, Westernhagen und wie sie alle heißen...

Wertung

9/10

Anspieltipps

- Brunnen
- Hand In Hand
- Geschrien
- Mittendrin
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  #2  
Alt 20.07.07, 13:25
Benutzerbild von Mister Alternative
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Registriert seit: 12.2005
Ort: Apokalyptika
Beiträge: 617
Sehr markante Stimme und interessante Texte. Deine Wertung geht m.M.n. in Ordnung.
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Auch das stärkste Licht kann ein Objekt nicht vollkommen beleuchten, egal, von wo es scheint und wie stark es leuchtet, eine Seite ist immer im Dunklen.
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