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Zurück   AMF > Alternative Musik > Rezensionen

Joy Division- Closer

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  #1  
Alt 16.11.12, 00:51
Benutzerbild von tonitasten
Blitzkrieg Blob
 
Registriert seit: 03.2012
Ort: Potsdam
Beiträge: 896
Geschlecht: Männlich
Joy Division- Closer

Hier eine Rezension zu dem Album Closer, da ich über dieses Album ein kurzes Referat halten will. Da macht man sich doch gerne mal die Mühe.

Joy Division- Closer (Factory, 1980)



Die Zeit von Joy Division betrug zwischen den Jahren 1977-1980 nur vier Jahre. Vier Jahre, in denen Joy Division den Utopien des Punk einen adäquaten Gegenentwurf zur Seite stellten und deren Vermächtnis für den Post-Punk an sich und für die alternative Musik im Allgemeinen noch bis heute nachwirkt.

Die aus der gesellschaftlichen und sozialen Realität verbundenen Ängste und Selbstzweifel stellen den Fokus in der Musik von Joy Division dar. Jedoch gibt es in den Texten von Ian Curtis nichts, was man erwarten könnte oder überhaupt einen nennenswerten Zustand, der erreicht werden soll. Joy Division ist der Soundtrack eines aus Zerrissenheit und Selbstzweifel unsicheren, isolierten Ichs, welcher die gegebene Realität aushalten muss. Die Stärke liegt darin, ebenso quälenden wie aggressiven Gefühlszuständen die nötige Authentizität zu verleihen. Das Korsett ist so reduziert wie nur möglich. Das tiefe Bassspiel Peter Hooks und das statische Schlagzeug von Stephen Morris lassen an Bilder von tristen Wohngegenden und leeren Fabrikhallen denken. Ian Curtis verleiht mit seiner tiefen Bassstimme der eigenen Brüchigkeit etwas Resignierendes. In Zusammenspiel mit Bernard Sumners ebenso einfachen, wie prägnanten Akkordfolgen entsteht eine Sogwirkung, die einen in diese triste, verstörende Atmosphäre eintauchen lässt, was jedoch nicht heißen soll, dass die Band keinen Spaß an der Musik gehabt hätte. Warsaw war so etwas wie die Vorgängerband von Joy Division und spielte noch straighten, nach vorne gehenden Punk. Auch hatten einige Tracks auf den Debut „Unknown Pleasures“ aus dem Jahre 1979 dieses tanzbare, energetische Feeling, wie etwa "Disorder". Die Enge der Großstädte traf auf eine Gefühlswelt des Einzelnen, der noch seinen Platz in der kalten sozialen Realität suchte. „I Remember Nothing“ auf „Unknown Pleasures“ war dann der völlige Rückzug in die eigene Welt, die nichts mehr zu bieten hatte.

An diesen Punkt knüpft „Closer“ ein Jahr später auf kompletter Albumlänge an und geht somit in jeglicher Hinsicht einen Schritt weiter als das Debut. „Closer" ist ein dunkler Mahlstrom, dass seine resignierende Wirkung als Ganzes entfaltet. „Atrocity Exhibition“ hat als wunderbaren Einstieg mit seinen wilden Drumschlägen etwas sehr Hektisches, Unsicheres. Trotzdem verfügt das über eine gewisse Magie, der man sich schwerlich entziehen kann, wenn man sich in diese triste Welt fallen lässt. Da wirkt „Isolation“ als tanzbares Statement geradezu paradox. Die Resignation von „Passover“ spricht Bände. „Colony" gibt sich geradezu kämpferisch dagegen. Pure Enttäuschung kündigt „A Means To An End“. Völlige Leere bleibt zurück, die in „Heart & Soul“ (der beste Song der Band meiner Meinung nach) einen rituellen Abgesang auf die eigene Gefühlswelt darstellen. Die Flamme ist erloschen. Wut und Verzweiflung, seine eigene innere Realität auszuhalten, zeichnet „Twenty Four Hours“, während die unfassbar traurigen Balladen „The Eternal“ und „Decades“ eine trostlose Rückblende darstellen. Dass die Musik so in die Tiefe schlägt, ist auch der Verdienst der facettenreichen Produktion von Martin Hannett, die dieser leeren Gefühlswelt etwas distanziertes verleiht, ohne die Unnahbarkeit der in den 80ern modernen Produktionen überhaupt zu streifen. Auch dadurch wirkt „Closer“ seiner Zeit entrückt, wenn nicht sogar verstörend. Ein Album, das ich mir anhöre, wenn Musik eigentlich für mich unerträglich wird. Was Besseres kann Musik wohl kaum noch erreichen.

Im Nachhinein besitzt das Grabmal eines Mailänder Friedhofes auf dem Plattencover etwas geradezu Symbolisches. Sänger Ian Curtis nahm sich im Mai 1980, nur zwei Monate nach den Albumsessions von „Closer“ mit nur 23 Jahren das Leben. Die restlichen Mitglieder gründeten aus der Asche von Joy Division eine neue Band. Sie hieß New Order. Sie standen erst am Beginn einer Entwicklung, die sie einmal weltberühmt machen sollte.

Geändert von tonitasten (16.11.12 um 01:13 Uhr).
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  #2  
Alt 16.11.12, 10:11
Benutzerbild von Thelema
Jazz Snob, Eat Shit!
 
Registriert seit: 05.2009
Ort: Bankfurt
Beiträge: 1.713
Danke. Schöner Text. Wenn ich es nicht schon oft versucht hätte, würde ich jetzt in das Album reinhören. Leider nicht meine Musik. (Obwohl ich die Person Ian Curtis und die Band interessant finde.)
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Zitat:
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  #3  
Alt 16.11.12, 11:24
Benutzerbild von boneless
einfach aber simpel
 
Registriert seit: 12.2007
Ort: Naked City
Beiträge: 10.945
Geschlecht: Männlich
ohne es gelesen zu haben: es gibt hier einen joy division thread. man muss nicht wegen jeder rezi einen neuen aufmachen...
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  #4  
Alt 16.11.12, 12:43
Benutzerbild von BlackMage  
Registriert seit: 02.2008
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Beiträge: 12.315
Geschlecht: Männlich
Und wozu gibt es dann das Rezensionen Forum?
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  #5  
Alt 16.11.12, 13:41
Benutzerbild von boneless
einfach aber simpel
 
Registriert seit: 12.2007
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das frage ich mich allerdings auch... :/
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  #6  
Alt 16.11.12, 15:48
Benutzerbild von ode to the sun
Name-Drops
 
Registriert seit: 11.2007
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Zitat:
Zitat von BlackMage Beitrag anzeigen
Und wozu gibt es dann das Rezensionen Forum?
Vielleicht um bestimmte Ausnahmealben in einer großen Diskographie zu würdigen

Aber Überschneidungen zum Bandthread hats wirklich.
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  #7  
Alt 16.11.12, 19:36
Benutzerbild von Machine head  
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Gelesen und für gut befunden
Eine meiner Lieblingsbands."Closer" war die allererste CD die ich mir gekauft hab nachdem ich über den Eisernen Vorhang abgehauen bin.Hat fast 40 DM gekostet,doppelt soviel wie eine Vinyl-Scheibe.Es war Haufen Kohle damals
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  #8  
Alt 16.11.12, 22:04
Benutzerbild von tonitasten
Blitzkrieg Blob
 
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Zitat:
Zitat von BlackMage Beitrag anzeigen
Und wozu gibt es dann das Rezensionen Forum?
Joy Division war halt im Bandforum und wusste nicht, ob es passt und an den Weltkulturalben wollte ich jetzt auch nichts rumpfuschen, deshalb hab ich das mal hier reingepackt.
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  #9  
Alt 16.11.12, 22:13
Benutzerbild von boneless
einfach aber simpel
 
Registriert seit: 12.2007
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Beiträge: 10.945
Geschlecht: Männlich
Zitat:
Zitat von tonitasten Beitrag anzeigen
Joy Division war halt im Bandforum und wusste nicht, ob es passt und an den Weltkulturalben wollte ich jetzt auch nichts rumpfuschen, deshalb hab ich das mal hier reingepackt.
also ich schreib rezis generell entweder in den playlist of the week thread, dem essenzielles thread oder halt in die bandthreads. wüsste nicht, warum ich für einzelne rezis extra einen neuen aufmachen sollte... dass müllt doch nur das forum zu...
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  #10  
Alt 01.02.13, 08:45
 
Registriert seit: 02.2013
Beiträge: 4
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Wenn ich es nicht schon oft versucht hätte, würde ich jetzt in das Album reinhören.
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Find enjoymnet and interest in The Mentalist Season 5 DVD and laugh with them.
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  #11  
Alt 12.02.13, 22:56
Benutzerbild von Thelema
Jazz Snob, Eat Shit!
 
Registriert seit: 05.2009
Ort: Bankfurt
Beiträge: 1.713
Ich fühle mich geehrt, dass der Spambot einen Satz von mir ausgewählt hat, aber kann den vielleicht jemand abdrehen? (Diesen Post dann auch, und an den anderen Stellen, an denen der auftaucht.)
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Zitat:
"I'm not in my head anymore ..." (The Madcap)
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